Interessengemeinschaft Asperger Weingärtner e.V.

So schmeckt der Berg - wir Asperger Wengerter

Grüß Gott und herzlich willkommen liebe Weinfreunde,

Jahr um Jahr strengen wir uns mächtig an, Sonnenstrahlen im Glas zu verflüssigen. Und so möchten wir sie heute dazu verführen, gemäß unserem Credo, „Weine dort trinken, wo sie gedeihen“, unsere guten Asperger Tropfen zu probieren.

(Bilder Untertitel: Bei uns sind 78%  rote und 22% weiße Rebsorten am Stock)

Beim Stöbern durch unsere Homepage erfahren Sie mehr über unsere im Verein Interessengemeinschaft Asperger Weingärtner (IAW) unabhängig organisierten Wengerter. Im Zentrum stehen unsere, jeweils selbst erzeugten, charaktervollen Weine.

Unseren einmaligen, natürlichen Rahmenbedingungen verpflichtet, verstehen wir uns als Pfleger einer einmaligen Kulturlandschaft. Wir kennen noch jeden Rebstock. Vom Rebhang über unseren eigenen Kelterbetrieb bis hin zur Flasche, alles aus eigener Hand. So entstehen bei uns Weine - Nischenprodukte - voller Leidenschaft.

Eindrucksvoll, schon von weithin sichtbar, ragt der Hohenasperg (355,3m ü. NN) rund 100m über der Ebene. Kaum ein Landstrich in Alt-Württemberg hat eine wechselvollere Geschichte, wie unser Hausberg. Zweifellos bietet das denkmalgeschützte Ensemble aus Festungsgemäuer und Steillagen-Weinbau im Landschaftsschutzgebiet weit mehr als herrliche Panoramablicke auf die Region des mittleren Neckarraums.

Luftbild Hohenasperg
Luftbild © H. Buck

Mehr noch: Auf terrassierten Steilhängen der Südterrassen und dem westlichen Ausläufer „Hurst“ kultivieren wir in Asperg, ehemals eine Bauern- und Weinbausiedlung, auf  überschaubaren 13 Hektar prädestinierte Rebhänge. Sozusagen die Kinderstube unserer Weine. Nicht von ungefähr betreiben wir Asperger auf dieser Grundlage seit 1200 Jahren Weinbau.

Kein Wunder: Können wir für uns  ein selten so anzutreffendes Paket aus Alleinstellungsmerkmalen reklamieren. Unverwechselbar prägen sie die lokale Marke „Asperger Wein“.

Woher nehmen wir dieses Selbstbewusstsein?
Beispielhaft, aber das ist nur eine Seite der Medaille, schöpfen wir  aus einem vortrefflichen Terroir. Also nicht mehr und nicht weniger, als auf die Harmonie von Boden, Sonneeinstrahlung, Niederschlägen und Mikroklima. Obendrein wurzeln unsere Reben auf tiefgründigem Gipskeuper. Ihm verdanken unsere Weine ihre markante, mineralische Note. So ist es alles andere als Zufall, warum

1. unsere Weinetiketten, das nur absoluten Spitzenlagen vorbehaltenen Herkunftsprädikat Einzellage „Asperger Berg“ schmückt.
2. Wir Asperger seitens unserer Heimatstadt in jeder Hinsicht außergewöhnliche kommunalpolitische Unterstützung und Wertschätzung erfahren.

Die andere Seite der Medaille sind unsere treuen, über 120  Vereins-Mitglieder. Dort bündeln wir unsere genossenschaftsfreien, gemeinsamen  Interessen. Bei uns allen genießt nachhaltiges Qualitätsstreben oberste Priorität. Nicht von ungefähr heimsen IAW- Mitglieder immer wieder goldene, silberne oder bronzene Preismünzen im Olymp der jährlichen Landesweinprämierungen des Weinbauverbandes Württemberg ein. Die Pflege und der Erhalt der Steillagen unserer einmaligen Wein- und  Kulturlandschaft rund um den Hohenasperg hat sich unser Verein ebenso an die Fahne geheftet, wie die gemeinsame Aus- und Fortbildung der Wengerter. Stets auf der Höhe der Zeit. Sehr heterogen, gleichgültig ob Vollprofi, Nebenerwerbler oder begeisterungsfähiger Hobbywinzer, fußen wir ausnahmslos auf schlanken und familiären Strukturen. Was unseren Verein weiter auszeichnet, ist die Erfahrung der „alten Hasen“, kombiniert mit der Neugier sowie der Risikobereitschaft und dem Wissensdurst unserer jüngeren Generationen, siehe Grundlagenschulung. Kurzum eine gesunde Mischung aus Tradition, Innovation und Qualität prägen uns.

Gerade weil wir unsere Weine auch selbst trinken und uns zu natürlichen Produktionsbedingungen - ohne wenn und aber - bekennen, arbeiten wir konsequent nach den anerkannten Regeln des integrierten Pflanzenschutzes. Die Zahl der Kollegen, die ganz auf „Bio“ setzen, zum Beispiel auf pilzwiderstandsfähige (Piwi) Sorten umsteigen oder beim Pflanzenschutz vermehrt auf Backpulver, Wasserglas, Bittersalz oder Kalk vertrauen wächst zusehends.

Kleine und große Asperger Weingärtner

Jeder Asperger Winzer arbeitet  auf eigenes wirtschaftliches Risiko, vermarktet selbst oder schenkt in einem halben Dutzend Besenwirtschaften sein Erzeugerweine aus.

Während andernorts historische Gemeinde-Keltern zu seelenlosen Kulturtempeln umfunktioniert wurden, füllen wir die städtische, mittelalterliche und längst denkmalgeschützte Kelter mit Leben, genau wie unsere Vorfahren über die Jahrhunderte hinweg. Freilich mit modernen Gerätschaften und dem heutigen technologischen Stand und Wissen der Önologie.

Dennoch wirkt unsere Kelter, quasi die Kathedrale des hiesigen Weinbaus, auf den ersten Blick selbst noch wie ein riesiges museales Werk alter Zimmermannskunst. Wie unser angeschlossenes, vereinseigenes, kleines Weinbaumuseum weckt es Erinnerungen an, längst vergangene Tage. Blitzsaubere Edelstahlgerätschaften, feinsäuberlich gestapelte, lebensmitteltaugliche Zuber, Eimer, Schaufeln oder die Weintheke zum Verkosten, verraten indessen, wie fleißiges Landvolk Gestern und Heute seine Tagwerk verrichtet.
Bevor im Herbst emsiges Treiben die Kelter beherrscht, ziehen über den Sommer im täglichen Wechsel, von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang, neun Wengertschützen durch die Rebfluren. Mit Rätsche und Schreckschuss „bewaffnet“ verderben die Traubensheriffs allen gefiederten und anderen Naschkatzen gehörig den Appetit.

(Bild Wengertschütz A. Burkhardt v. H. Kühner)

Fünf, vom Verein bestellte, erfahrene Keltermeister sorgen für einen reibungslosen Kelterbetrieb. Sie organisieren die Abläufe, Hygienemaßnahmen und  vieles mehr. Nicht zuletzt stehen sie den Wengertern mit Rat und Tat zur Seite. Sobald die Tage und die Trauben ihre physiologische Reife erreichen rücken unsere Mitglieder mit Ihren handverlesenen Früchten  in vollen Zubern an. Unter dem kritischen Kontrollblick unserer Keltermeister gelangen die vollreifen und gesunden Trauben in die elektrisch betriebene Traubenmühle.

(Bild Ostseite Kelter mit Link auf Text Museum und Kelter von Heinz)

Dort trennen wir die frischen Beeren sofort von den Kämmen. Während nun die Trauben, beim Mahlen oder Raspeln in den unter der Mühle bereitstehenden Zuber zu Maische werden, kehren die grünen Kämme, wie auch der spätere Trester, in aller Regel als wertvoller wirtschaftseigener Bio- Dung in den Weinberg zurück.

Jetzt ist der spannendste Augenblick für unsere Wengerter gekommen – quasi der langersehnte Abschluss der Tarifverhandlung mit der Werkstatt der Natur. Gleichermaßen diskret, wie aufmerksam von den Kollegen beäugt, liest er vom Refaktometer oder Öchslewaage das Mostgewicht seiner Ente ab. Sie gibt ihm Auskunft über  die Dichte seines Traubenmostes. So schätzt der erfahrene Wengerter die voraussichtliche Alkoholausbeute aus dem Zuckergehalt ein. Sie gibt wertvollen Aufschluss wie er weiter mit der Maische und dem späteren Jungwein umgehen muss.

In der Regel bevorzugen wir bei unseren Roten die bewährte offene Maischegärung. Damit die Traubenschalen genügend Kontakt zum Saft erhalten, wird der Tresterhut alle paar Stunden und bei uns ausschließlich von Hand, mit einem Holzstößel sanft nach unten gedrückt. Diese Methode hat sich zudem als äußerst schonend erwiesen. Da die Maische kaum bewegt wird, entstehen weniger Trubstoffe. Beim Vergären dieser Maische nehmen wir uns, ohne jeden äußeren (wirtschaftlichen) Druck, genügend Zeit, damit sich die Farbstoffe noch ganz natürlich aus den Traubenschalen lösen können. Das Abpressen erfolgt dann meist nach dem Vergären. Je nach individueller Handschrift des Asperger Wengerters, geschieht dies nach Tagen, einer Woche oder auch mehr. Der Erkenntnis folgend, dass sich das (leichte) Umpumpen der Maische aus dem Zuber auf die Presse, als nicht gerade qualitätsfördernd erwiesen hat, schöpfen wir die Maische sehr aufwändig, wie damals unsere Väter mühevoll mit Holzbütte ebenfalls in reiner Handarbeit Eimer für Eimer zum Pressvorgang.

Da Weißweine meist langsamer gären, kommen die eingemaischten Trauben meist schon mit einer Standzeit von kaum mehr als 12 Stunden aus. Anders als beim Roten wird der gewonnene Most und nicht die Maische zu Wein vergoren. Wir sprechen von der Mostgärung. Diese Methode eignet sich ideal für unser breites und zunehmend nachgefragtes Portfolio an frischen, hellroten Weinen. Liebhabern unser Asperger dieser Spezies bieten wir natürlich das komplette Portfolio an. Weil sie häufig zwar zu Verwechslungen Anlass geben, stellen wir vor:


  • Rosé - zeigt blass- bis hellrote Farben und stammt aus roten Trauben.
  • Weißherbst - basiert auf  mindestens auf Qualitätsweinstufe und muss absolut sortenrein erzeugt werden.
  • Schiller - der schillernde Klassiker in Württemberg. Ein Wein, mindestens der Qualitätsstufe QbA (Qualitätswein bestimmter Anbaugebiete) - aus einem gemischtem Satz (rote und weiße Trauben) erzeugt.
  • Rotling - Zwilling des Schiller – ohne Qba

Je nach Maische (Sorte, Reifegrad und Befüllung) wählen Kellermeister und Wengerter das geeignete Pressprogramm an, um die Maische sanft zu erstklassigen Jungweinen zu verarbeiten.

Von nun an liegt es allein bei jedem von uns Aspergern, seinen Jungwein aufmerksam und mit aller Sorgfalt im eigenen Keller bis zur Flaschenabfüllung zu begleiten. D.h. wie ein heranwachsendes Kind benötigt der Wein neben Ruhe sehr viel Aufmerksamkeit, soll er sich zu einem anständigen Getränk entwickeln. Dabei machen wir uns nach wie vor die alte Weisheit zu Eigen:

Guter Wein braucht Zeit um sich zu entfalten.

Deshalb lassen wir unsere Weine solange wie möglich ausreifen. Im Ergebnis streben wir alle qualitativ hochwertige und bekömmliche Produkte an.

Asperger Sorten in der Übersicht

Zufriedene Verbraucher und Gäste sind Zeichen dafür, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig verleihen sie uns Motivation und Ansporn, nicht in unserem Eifer nach dem bestmöglichen Tropfen mit der individuellen Note des Asperger Wengerters nachzulassen.

Nehmen Sie mich beim Wort. Sprechen sie unsere Selbstvermarkter an. Probieren Sie unsere Tropfen bei unseren Veranstaltungen oder buchen Sie in unserem Museum eine Weinprobe. Damit auch Sie sagen können:

„So schmeckt der Berg. Weine dort trinken, wo sie gedeihen“.

Bis dahin grüßt Sie
aus dem Weinort Asperg am Fuße des Demokratenbuckels

Ihr
Peter Pfisterer
1. Vorsitzender und die Asperger Weingärtner

Interessengemeinschaft Asperger Weingärtner e.V. - 71679 Asperg